Bevor du die erste Diele anfasst, muss der Untergrund alle Anforderungen nach DIN 18365 erfüllen. Prüfe die Ebenheit mit einer 4 m-Latte: erlaubt sind max. 3 mm auf 4 m und max. 2 mm auf 1 m gemäß DIN 18202. SPC reagiert wegen seiner Steifheit empfindlicher auf Unebenheiten als flexibles LVT — Hohlstellen und Kuppen überträgt die Platte direkt in die Nutzschicht.
Miss zusätzlich den CM-Wert des Estrichs: Zementestrich muss ≤ 1,8 % aufweisen, Calciumsulfat-Estrich ≤ 0,5 % (unbeheizt). Prüfe außerdem auf Risse, mürbe Stellen und Haftbrücken alter Kleber — alles, was sich bewegt, muss vor der Verlegung beseitigt werden. Dokumentiere Messstellen und -werte, damit du im Reklamationsfall Belege hast.
Höhendifferenzen über 2 mm schleifst du mit einem Winkelschleifer oder einem Einscheibengerät ab. Tiefe Stellen und Risse füllst du mit einer zementären Ausgleichsmasse — rechne mit ca. 1,7 kg/m²/mm Schichtdicke. Die Mindestschichtdicke beträgt 2 mm, alles über 10 mm muss armiert werden.
Vor dem Auftrag der Masse grundierst du den Untergrund mit einer geeigneten Haftgrundierung — bei saugfähigen Untergründen unverdünnt, bei nicht saugenden (Fliesen, alter Kleber) mit einer Spezialgrundierung für geschlossene Flächen. Wartezeit laut Herstellerangabe einhalten, bis die Grundierung durchgetrocknet ist — sonst reißt die Ausgleichsmasse beim Abbinden. Nach dem Abbinden der Masse erneut mit der 4 m-Latte kontrollieren: DIN 18202-Toleranz muss jetzt eingehalten sein.
SPC ist zwar deutlich formstabiler als herkömmliches LVT, trotzdem akklimatisierst du das Material mindestens 48 h liegend im Verlegebereich. Raumtemperatur: 18–24 °C, relative Luftfeuchte: 40–65 %. Unter diesen Bedingungen egalisiert sich die Restspannung in der Trägerplatte.
Stapel die Packungen flach — stell sie nicht hochkant an die Wand. Öffne die Kartons erst kurz vor der Verlegung, damit kein Schmutz auf die Klickflanken gelangt. Heiz- oder Kühlgeräte direkt auf die Dielen richten ist verboten — das erzeugt Temperaturgradienten, die zu Vorspannungen im Material führen. Kontrolliere die Raumtemperatur mit einem Digitalthermometer, nicht mit dem Gefühl.
Miss den Raum aus und berechne, wie breit die letzte Reihe wird. Die letzte Reihe soll mindestens 5 cm breit sein — schmälere Streifen halten im Klicksystem nicht zuverlässig. Fällt die letzte Reihe schmäler aus, kürzt du die erste Reihe entsprechend an und startest symmetrisch.
Lege die Verlegerichtung parallel zur Hauptlichtquelle fest — so sind Fugen weniger sichtbar. Markiere mit dem Anreißfaden eine Startlinie parallel zur längsten Wand. Beachte: Randfugen zur Wand betragen 8–10 mm rundum — das ist die thermische Ausdehnung für SPC (geringer als bei LVT, aber nicht null). Berechne den Materialverbrauch: Grundfläche plus 8–10 % Verschnitt bei geradem Verlegen, bei diagonaler Verlegung 15 %.
Schneide die Dielen der ersten Reihe mit dem Cuttermesser oder der Stichsäge auf Maß. Beim Cuttermesser: mehrfach tief einritzen, dann sauber brechen — SPC lässt sich wegen der steifen Trägerplatte präzise brechen. Nutze die Schablonentechnik für unregelmäßige Wände: Pappe anlegen, Profil übertragen, ausschneiden.
Stell die erste Reihe mit der Nut zur Wand auf. Setze die Keile (8 mm) an der Wand, damit die Randfuge gleichmäßig bleibt. Klicke die Dielen innerhalb der ersten Reihe horizontal ein — SPC-Systeme arbeiten häufig mit einem Fold-Down-System: Diele in einem flachen Winkel ansetzen, dann nach unten drücken bis das Klickgeräusch kommt. Kontrolliere mit dem Winkel, ob die Reihe wirklich gerade läuft.
Jede neue Reihe beginnt mit dem Reststück der vorherigen — Mindeststücklänge 30 cm, sonst schneidest du ein neues Stück an. Der Längsversatz zwischen benachbarten Reihen muss mindestens 20 cm betragen, besser 1/3 der Dielenlänge. Zu kurze Versätze erzeugen ein Leitermuster und schwächen die Verbindungszone.
Klinke jede neue Diele zuerst in die Längsseite der Vorreihe ein (Winkel ca. 20–30°, dann absenken), dann wird die Stirnseite mit dem Schlagklotz und dem Gummihammer bündig angeschlagen. Drücke nie mit dem Hammer direkt auf die Klickflanke — der Schlagklotz schützt das Profil. Prüfe nach jeder dritten Reihe mit einer Latte, ob die Fläche eben liegt und keine Kanten hochstehen.
Rohrdurchführungen, Türzargen und Heizungsrohre erfordern präzise Ausschnitte. Rohre überträgst du per Anreißzirkel auf die Diele: Mittelpunkt markieren, Durchmesser plus 10 mm für die Wärmeausdehnung bohren. Bei Türzargen unterfahre die Zarge mit einem Sägeblatt in der richtigen Höhe — SPC plus Trittschalldämmung plus eventuelle Bestandshöhe ergibt die Absägelinie.
Für L-förmige Ausschnitte nutzt du Stichsäge und Cuttermesser kombiniert. Schneide zuerst den geraden Schnitt, dann den quer verlaufenden — so brichst du nicht unkontrolliert in die Platte. Aussparungen an der Wand versteckst du mit dem Sockelprofil oder Silikonnaht; sichtbare Rohrrosetten kaschieren Bohrlöcher am Boden. Alle Schnitte an Rohren nachträglich mit Silikon abdichten, damit kein Spritzwasser eindringen kann.
Die letzte Reihe misst du Stück für Stück einzeln aus — Wände sind selten parallel. Leg die Diele verkehrt herum auf die vorletzte Reihe, markiere mit dem Bleistift den genauen Überstand und schneide dann ab. Für die Montage nutzt du eine Zuglaschen-Zuglatte oder einen gebogenen Montagehaken: Die letzte Reihe lässt sich wegen der Wand nicht mehr mit dem Schlagklotz anschlagen.
Klinke die Längsseite mit dem Fold-Down-Prinzip ein, dann zieht die Zuglatte die Stirnseiten bündig. Wenn alle Dielen sitzen, entferne sämtliche Abstandskeile. Die Randfuge von 8–10 mm bleibt offen — sie wird vom Sockelleistenprofil abgedeckt. Fülle die Fuge nicht mit Silikon oder Kleber; das würde die schwimmende Konstruktion fixieren und zu Aufwölbungen führen.
Sockelleisten befestigst du ausschließlich an der Wand, niemals auf dem Bodenbelag — sonst blockierst du die Ausdehnung. Verwende Klebe-Clips oder Nagelclips je nach Wandmaterial. Gehrungsschnitte an Ecken misst du mit einem Gehrungssäge-Block bei exakt 45° — unsaubere Ecken sind das häufigste Schönheitsproblem. Innenkanten fügst du mit einem Inneneck-Profil zusammen, wenn die Wand nicht sauber genug für eine Gehrung ist.
Übergänge zu anderen Bodenbelägen oder Räumen deckst du mit einem T-Profil oder Reduzierprofil ab — je nach Höhenunterschied. Bei Türdurchgängen liegt das Profil mittig unter der geschlossenen Tür. Schraubst du Übergangsprofile fest, dann nur in den Untergrund, nie durch die SPC-Diele. Abschließend prüfe alle Fugen auf gleichmäßigen Abstand und alle Profile auf festen Sitz.